Frühkindlicher Autismus

Auffälligkeiten in der Entwicklung sind bereits vor dem 36. Lebensmonat zu erkennen.

Kernsymptome:

  • Beeinträchtigung der zwischenmenschlichen Beziehungen
  • Beeinträchtigung der Kommunikation und Phantasie
  • begrenzte Bandbreite von Aktivitäten und Interessen
  • kein Blickkontakt zu anderen Menschen
  • Mangel an Reaktion auf andere Menschen
  • eingeschränkte Interessen
  • stereotype Verhaltensweisen
  • schwere Störung der Sprachentwicklung
  • Widerstand gegen Veränderungen...

 

Soziale Interaktion

Die zentralen Probleme sind hier die mangelnde Reaktion auf Andere.

Autistische Menschen entwickeln kein altersadäquates Sozialverhalten und es fällt ihnen schwer, nonverbale Kommunikationsformen einzusetzen.

Bereits in den ersten Lebensmonaten zeigen autistische Kinder kein Kontakt- und Bindungsverhalten. Sie nehmen keinen Blickkontakt zu anderen Menschen auf und können diesen auch nicht erwidern. Autisten können sich nicht in andere hineinfühlen und ihrerseits die eigenen Gefühlen und Emotionen anderen auch nicht mitteilen.

Autistische Kinder haben große Probleme mit Gleichaltrigen umzugehen und eine Beziehung zu diesen aufzubauen. Sie sind am liebsten allein und scheinen kein Interesse an ihren Mitmenschen zu haben.

 

Kommunikation

Ungefähr 40 Prozent der Kinder mit Autismus entwickeln überhaupt keine Sprache. Viele besitzen auch nicht die Fähigkeit diese Beeinträchtigung durch andere Formen der Verständigung, wie Mimik und Gestik, auszugleichen.

Fast immer ist auch das Sprachverständnis beeinträchtigt. Auch bei den Kindern, die sprechen lernen, bleibt die Fähigkeit mit anderen angemessen zu kommunizieren unterentwickelt.

Folgende Sprachauffälligkeiten sind zu beobachten: Echolalie, monotone und ausdruckslose Sprechweise, Vertauschen von Fürwörtern, unangemessene Fragen, Neologismen, Reden im Telegrammstil, Diskrepanz zwischen aktiver und passiver Sprachbeherrschung, ...

 

Einschränkung des Repertoires und der Interessen

Auffällig sind bestimmte Bewegungen oder Handlungen, die die Betroffenen immer auf die gleiche Weise durchführen und wiederholen, z.B.: das Hin- und Herwedeln mit den Händen, das ständige Starren auf dieselbe Stelle, das Hin- und Herschaukeln mit dem Oberkörper. Autistische Menschen bestehen darauf, dass ihre Umgebung immer gleich bleibt und der Tag immer nach demselben Muster abläuft. Veränderungen können starken Widerstand und Verzweiflung bei den Betroffenen hervorrufen. Die Spiele autistischer Kinder sind wenig abwechslungsreich. Meist kommt es nur zu einem einfachen stereotypen Hantieren mit Gegenständen. Spielobjekte sind häufig vor allem hinsichtlich bestimmter Details, der Oberflächenbeschaffenheit oder wegen ihres Geruchs interessant und nicht aufgrund ihrer Funktion.

Sinneswahrnehmung

Aufgrund einer veränderten Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung des Gehirns haben für autistische Menschen alle Eindrücke aus den Sinnesorganen eine andere Qualität. Sie werden entweder zu stark, zu schwach, nur teilweise oder verzögert verarbeitet.

 

High-functioning Autismus

Hier handelt es sich um eine Form des frühkindlichen Autismus, wobei die Betroffenen eine relativ gute intellektuelle Begabung bzw. herausragende Fähigkeiten in Teilgebieten besitzen.


Asperger Syndrom

Kernsymptome:

  • keine wesentliche Sprachentwicklungsstörung
  • Gestik, Mimik und andere nonverbale Verhaltensweisen werden nicht, oder nur eingeschränkt erkannt
  • eine entwicklungsgemäße Beziehung zu Gleichaltrigen ist kaum möglich
  • eingeschränkte Interessen, wobei das Wissen in manchen Bereichen sehr groß und speziell sein kann
  • Zwangshandlungen
  • Rituale
  • Stereotypien ...

 

Kognitive Entwicklung

Ist nicht verzögert.

Soziale Interaktion

Hier kommt es in der sozialen Interaktion zu den gleichen qualitativen Auffälligkeiten wie beim frühkindlichen Autismus. Kinder mit Asperger Syndrom haben nur wenige Interessen mit Gleichaltrigen gemeinsam und verhalten sich auch anders.

Es fällt ihnen schwer Kontakte zu anderen herzustellen und sie sind in der Regel viel für sich allein. Die Betroffenen stellen ihren eigenen Interessen in den Vordergrund und können nicht auf andere eingehen. Soziale Regeln, die andere intuitiv beherrschen, müssen sich Menschen mit Asperger Syndrom mühevoll aneignen.

 

Kommunikation

Im Gegensatz zum frühkindlichen Autismus ist die Sprachentwicklung weitgehend unauffällig. Die betroffenen Kinder lernen immer zu sprechen, oft sogar relativ früh. Sie bekommen eine gute Sprache mit großem Wortschatz und zum Teil originellen Wortschöpfungen. Die Sprache ist aber auch in ihrer kommunikativen Form gestört. Es gibt Auffälligkeiten in der Pragmatik, Semantik und Prosodie.

 

Interessen und Routinen

Menschen mit Asperger Syndrom haben häufig Spezialinteressen, mit denen sie sich ständig beschäftigen und sich dadurch auch ein großes Wissen auf diesem Gebiet aneignen.

Sie neigen dazu, Routinen und Rituale festzulegen und bestehen zwanghaft auf deren Einhaltung. Werden diese nicht eingehalten, können die Betroffenen mit extremer Unruhe und Wutausbrüchen reagieren.

 

Motorische Unbeholfenheit

Betroffene haben häufig große Probleme in der Grob- und Feinmotorik.


Atypischer Autismus

Kernsymptome:

  • Krankheitsbeginn auch nach dem 3. Lebensjahr möglich
  • Vor allem bei Betroffenen mit sehr niedrigem Intelligenzniveau
  • Es können auch wesentliche Merkmale des Autismus fehlen

Die Betroffenen zeigen entweder alle Symptome des frühkindlichen Autismus, das aber erst nach dem 36. Lebensmonat.

Oder es sind deutliche Auffälligkeiten, die für den frühkindlichen Autismus typisch sind, zu erkennen, die aber nicht alle drei für eine Diagnose erforderlichen Bereiche betreffen.

Meist sind bei den Betroffenen die kognitiven Fähigkeiten sehr beeinträchtigt.